Orientierungsfahrt? Was ist denn das überhaupt?

An einer Orientierungsfahrt kann jeder teilnehmen. Es sind nur einige Sachen zu beachten. Der PKW, mit dem man teilnehmen will, muß in allen Punkten der StVZO entsprechen, das heißt TÜV, Zulassung, Versicherung usw. Dieses wird bei der technischen Abnahme vor dem Start einer jeweiligen Veranstaltung überprüft. Wichtig bei einer Teilnahme ist dabei auch, daß der Fahrer die gültigen Fahrzeugpapiere dabei hat. Das Fahrzeug darf bei jeder Veranstaltung auch nur mit 2 Personen besetzt sein. Der Fahrer muß selbstverständlich mindestens 18 Jahre, der Beifahrer 14 Jahre alt sein, wobwei der Wohnsitz vollkommen unerheblich ist. Auch eine Clubzugehörigkeit zu einem ADAC, AvD, ADMV oder DMV-Ortsclub ist nicht erforderlich. Das Wichtigste ist einfach nur, daß man viel Lust und Laune mitbringt. Um eine Chancengleichheit herzustellen, wird in 3 Klassen gestartet.
  • A = Anfänger
  • B = Fortgeschrittene
  • C = Experten
Seit ein paar Jahren wird auch noch eine Schnupperklasse ausgeschrieben. Hier können absolute Neulinge sich einmal versuchen, entweder an der Seite von Experten oder allein. In dieser Klasse sind auch mehr als 2 Personen im Auto zugelassen.

Ablauf einer Veranstaltung:

Im Bereich des ADAC-Weser-Ems und ADAC-Niedersachsen-Sachsen Anhalt ist es üblich, daß Orientierungsfahrten entweder am Samstagnachmittag, Samstagabend oder am Sonntagvormittag durchgeführt werden. Eine Veranstaltung geht in der Regel über 75 Kilometer und die Fahrzeit hierfür ist mit 3 Stunden bemessen, wobei im Regelfall noch eine Karenzzeit von 60 Minuten dazugegeben wird. Man hat also für die gesamte Veranstaltung nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h einzuhalten.

Als Beispiel die Orientierungsfahrt der MSG Sulinger Land:

Der Beginn der Abnahme der Fahrzeugpapiere sowie der Fahrzeuge ist um 15:00 Uhr. Diese findet im Regelfall in einer Gaststätte statt, die nach der Veranstaltung dann auch wieder als Ziellokal dient. Der Anfahrtsweg zur Gaststätte ist durch Pfeile ausgeschildert. Die Ausschreibungen für die Orientierungsfahrt werden schon Wochen vorher in Läden, Tankstellen usw. im Sulinger Land ausgelegt. An die Teilnehmer der vergangenen Jahre werden sie verschickt. Bei der Papierabnahme werden die Fahrzeugpapiere kontrolliert, die Teilnehmer geben ihre Nennung ab und die Fahrtunterlagen werden ausgegeben. Dazu gehören die jeweiligen Kartenkopien, nach denen verbindlich zu fahren ist, die 2 Bordkarten , welche bei der Fahrt zur Stempelung vorgelegt werden müssen bzw. die anderen Kontrollen eingetragen werden müssen. Dazu noch ein Blatt mit den Durchführungsbestimmungen. Hier ist noch einmal alles erklärt, worauf während der Fahrt zu achten ist. Das ist für Anfänger ganz besonders wichtig. Danach erfolgt die Abnahme der Fahrzeuge. Hier wird die Lichtanlage (Scheinwerfer, Bremslicht, Blinker usw. überprüft). Alle Teilnehmer müssen dann noch eine Sonderaufgabe absolvieren. Diese wird aber nur dann zur Wertung herangezogen, wenn am Ende eine Punkt- und Zeitgleichheit zwischen zwei Teams besteht. Ab 17:01 Uhr erfolgt dann der Start des ersten Teilnehmers. Am Start werden dann auch erst die eigentlichen Fahrtaufgaben ausgegeben. Etwa nach der Hälfte der Fahrt befindet sich eine Durchfahrtskontrolle. Hier wird die erste Bordkarte einbehalten und man fährt dann mit der zweiten den Rest der Veranstaltung zu Ende. Wenn man im Ziel angekommen ist, erfolgt die Auswertung der Bordkarten sowie die anschließende Siegerehrung. Hier werden dann Pokale für die jeweils Erstplatzierten in jeder Klasse ausgegeben. Auch für die besten Mannschaften gibt es Ehrenpreise. Für das beste Anfängerteam aus dem Sulinger Land vergibt die MSG Sulinger Land in jedem Jahr Sonderpokale.

Tipps für Neulinge:

Eine Orientierungsfahrt dient nicht zur Erzielung möglichst hoher Geschwindigkeiten. Sie dient vielmehr dem Zweck, Kraftfahrer durch sportlichen Einsatz in aufmerksamen, rücksichts- und sinnvollen Verhalten im Straßenverkehr zu schulen. Sie soll darüber hinaus automobilsportlich Interessierten mit den Grundbegriffen der Abwicklung von Motorsportveranstaltungen und dem dazu notwendigen Orientierungsvermögen bekannt zu machen. Die Orientierungsfahrt der MSG Sulinger Land zeichnet sich durch besondere Anfängerfreundlichkeit aus. Während der gesamten Veranstaltung ist das Anlegen der Sicherheitsgurte Pflicht. Es ist empfehlenswert, eine Kartenleselampe im Fahrzeug installiert zu haben, denn einige Veranstaltungen im Frühjahr oder im Herbst fallen doch teilweise noch in die Dunkelheit hinein. Der Beifahrer sollte noch folgende Utensilien mitbringen: Eine feste Unterlage (ca. 30x30 cm) aus Styropor o.ä. zum Auflegen der Karte, Kugelschreiber, Bleistift und Radiergummi, Lineal bzw. Maßstab zum Messen von Entfernungen, eine Uhr (Armband- oder Borduhr) sowie eine Taschenlampe, falls keine Kartenleselampe im Fahrzeug vorhanden ist.

Prädikate:

Die Orientierungsfahrt der MSG Sulinger Land wird für die Norddeutsche Orientierungsmeisterschaft, für den Friesland-Pokal, für die NFM-ORI-Meisterschaft sowie für den ORI-Cup Nord gewertet. Ausgewertet wird nach der Wertungstabelle des ADAC-Weser-Ems. Für diese Meisterschaften werden die Klassen B und C zusammen sowie die Klasse A gesondert gewertet. Falls man Mitglied in einem der veranstaltenden Clubs ist, bekommt man für eigene Veranstaltung eine Durchschnittspunktzahl der besten gefahrenen Veranstaltungen. Die Siegerehrungen für diese Meisterschaften finden dann jeweils am Saisonende statt. Aktuelle Ergebnisse sowie Informationen rund um die Nord-OM gibt es unter: http://nordom.de/